Ich schreibe ja gerade an einem Workbook. Der aktuelle Arbeitstitel lautet „8 Wege zum Innehalten inmitten des hektischen Alltags“.

Vor meinem Sommerurlaub hatte ich 10 Testleserinnen dafür gesucht, mit der Idee, die Feedbacks nach meinem Urlaub einzuarbeiten. Bis letzte Woche lag das Projekt brach. Nach meinem Urlaub ging es in allen Lebensbereichen heiß her – da war für Kreativität kein Platz.

Anfang Oktober wurde es wieder ruhiger. Ich saß also an meinem Schreibtisch und wollte mich endlich dem Workbook widmen. Und fühlte nur Schwere.

Noch so viele Seiten. Lohnt sich das überhaupt?

Jetzt hatte ich endlich Zeit, mich kreativ auszutoben, und kam nicht in den Flow.

Doof. Schmoll. Grummel.

Ertappt: Auch ich funktioniere manchmal nur noch

Mittlerweile ziehe ich in solchen Momenten schon mal gerne ChatGPT zu Rate. Ich quatsch dann einfach rein, was mich gerade bewegt. Meist trifft er den Nagel mit wenigen Worten auf den Kopf. „Daria, du funktionierst. Genau davon handelt dein Programm. Das ist fast ironisch.“

Ich musste herzlich lachen. Ertappt. Auch ich falle manchmal in meine alten Muster zurück – da hilft auch jahrelanges Training nichts. Doch heute gehe ich anders mit mir um, wenn es mir bewusst wird. Statt wie auf Autopilot krampfhaft weiter irgendwas zu erzwingen, verlasse ich die Situation. Egal, ob aus dem Workbook noch etwas wird oder nicht – heute ist definitiv nicht der passende Zeitpunkt dafür.

Raus aus der Situation, rein in den Wald

Ich bin also ab in den Wald und habe mir den Kopf freipusten lassen. Herrlich! Und so einfach, wenn ich mir die Erlaubnis dafür gebe…

Ein kleiner Schritt statt des ganzen Berges

Am nächsten Tag saß ich erneut am Schreibtisch. Das Workbook fühlte sich nach wie vor wie ein Berg an. Da erinnerte ich mich an die Kraft der kleinen Schritte.

Es geht nicht darum, heute das ganze Workbook zu schreiben.

Es geht auch nicht darum, heute zu entscheiden, ob ich es jemals fertig schreiben werde. (Das war eine wichtige Erkenntnis!)

Es geht darum, wieder in Kontakt zu kommen. Erst dann kann ich entscheiden.

Wieder in Kontakt kommen

Also suchte ich mir die Feedbacks meiner Testleserinnen raus, die schon seit 6 Wochen da lagen, und las sie einfach nur durch. Einige Punkte konnte ich dann leicht umsetzen – kleine Tippfehler zum Beispiel.

Den Bezug zwischen Bildern und Inhalt fanden alle Testleserinnen unpassend. Ich hatte jedoch keine Idee, wie ich die Visualisierung des Workbooks anders lösen könnte. Also habe ich auch hier einfach mal angefangen, rumzuspielen. Nebenbei ist ein neues Bildkonzept entstanden.

Altes Workbook-Cover „12 Wege zu mehr Zeit für dich“ mit Foto von Daria Katrin Linzbach im Gras
Vorher
Neues Workbook-Cover „8 Wege zum Innehalten inmitten des hektischen Alltags“ mit Illustration einer Frau mit Teetasse
Nachher

Eine Testleserin wünschte sich eine Print-Version. Den Gedanken hatte ich erst zur Seite geschoben, denn der Berg war ja schon groß. Doch gestern kurz vor dem Einschlafen kam der Gedanke zurück: Mit Druckprozessen kenne ich mich seit dem Kartenspiel aus, und bei einem Workbook sind sie deutlich einfacher. JA! Die Idee darf sich weiter entwickeln.

Mehrere Testleserinnen fragten außerdem, wie ich das Problem des Dranbleibens löse. Guter Punkt! Meist hakt es ja nicht am Wissen, sondern an der Umsetzung. Also ist der Dranbleiber im Workbook gelandet – manche kennen ihn vielleicht noch von früher. Und für einen begleitenden Fokus-Zirkel zum Dranbleiben habe ich dann auch noch ein Konzept entwickelt.

Und so war ich wieder im Flow, ohne es zu merken. Dabei ist das Projekt noch größer geworden als am Anfang. Doch Freude und Leichtigkeit sind jetzt zurück. Es ist egal, was aus dem Workbook wird – ob ich es fertig schreibe, weitere Ideen daraus entwickele oder einfach nur Spaß daran habe. Ich gehe einen Schritt nach dem anderen und lasse mich von der Idee leiten. Wie damals beim Kartenspiel.

Mein Impuls für dich

Vielleicht sitzt du gerade selbst vor einem Berg und spürst nur Schwere. Der Kopf fragt: Noch so viel. Lohnt sich das überhaupt?

Du musst den Berg heute nicht besteigen. Es reicht, die Situation kurz zu verlassen: zwei Minuten am offenen Fenster, ein paar tiefe Atemzüge, eine Tasse Tee. Und dann spür rein – was steht gerade wirklich an? Mehr braucht es nicht, um wieder in Kontakt zu kommen – mit dir und mit dem, was jetzt wichtig ist.

Ich wünsche dir gutes Gelingen!

Von Herzen,
Daria

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